Mal hier, mal dort – NZZ.ch, 25.11.2012

Günstige Mobilität und Mittel zur Kommunikation erlauben multilokales Wohnen. Eine wachsende Zahl moderner «Wohnnomaden» pendelt zwischen mehreren Standorten.

Stefan Hartmann, NZZ am Sonntag (Auszug aus dem Artkel: Mal hier, mal dort – NZZ.ch, 25.11.2012.)

“Nicola Hilti ist an mehreren Orten daheim. (…) Um die Facetten und Motive des multilokalen Wohnens zu ergründen, hat Hilti mehr als 30 Interviews mit solchen multilokal Wohnenden geführt. Die Fälle sind aufschlussreich: Eine der Befragten, eine 60-Jährige PR-Fachfrau, hat zum Beispiel ein Pied-à-terre in Zürich, wohnt aber mit ihrer Tochter in Basel und reist einmal die Woche ins Rustico ins Tessin.

Die Fahrten quer durchs Land erfahren die einen als wertvolle Zeit, während sie andere als anstrengend und aufreibend empfinden. Problematisch sei, dass Wohnraum nur zeitweise genutzt ist und oft leer steht. Wertvoller Wohnraum wird blockiert und verteuert so das Wohnen für andere. Der Wohnungsmarkt, beobachtet Hilti, reagiere denn auch bereits auf die Nachfrage nach temporärem Wohnraum, indem spezifische Angebote wie Boardinghäuser geschaffen würden. «Künftig werden mehr solche Wohnangebote benötigt, die temporäres oder unvorhergesehenes Wohnen wie etwa für Expats oder für getrennt lebende Paaren ermöglichen.» (…)

Das Wohnen an mehreren Orten kann aber auch als Zugewinn an Lebensqualität erlebt werden, etwa, wenn sich neue soziale Beziehungsnetze eröffnen. «Viele geniessen es, die Qualitäten mehrerer Orte nutzen zu können», stellte Hilti bei ihren Befragungen fest. Für die Soziologin ist das Thema noch längst nicht erschöpft. Zurzeit arbeitet sie zusammen mit Kollegen von der Universität Basel und der Hochschule Luzern an einem vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Forschungsprojekt zum Thema.

Empfehlungsliteratur: Nicola Hilti: Hier – dort – dazwischen. Lebenswelten multilokal Wohnender im Spannungsfeld von Bewegung und Verankerung. Springer VS, Wiesbaden 2013.

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